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Die Emsüberführung

Die AIDAnova geht auf Reisen

Veröffentlicht am von letzte Aktualisierung am 12.11.2018 um 21:07h

Ostfriesland-Infos.de
Publisher: Ostfriesland-Infos.de

Man kann Kreuzfahrten lieben oder sie hassen. Man kann Kreuzfahrtschiffe lieben oder sie hassen. Fakt ist aber: Die Emsüberführungen neuer (Kreuzfahrt-)Schiffe begeistern jedes Mal Tausende von Menschen.

Pferd und Kreuzfahrtschiff AIDAnova
Ländliche Idylle bei Critzum (Gemeinde Jemgum) am Morgen: Pferd und Kreuzfahrtschiff AIDAnova - © Copyright: Tobias Bruns, Bild wurde nachbearbeitet.

Für die Emsüberführung benötigt die AIDAnova 3 Tage

YouTube-Video "Die Emsüberführung von AIDAnova"

Es ist Dienstag, der 09. Oktober 2018 kurz nach 7 Uhr. Am Steuer ihres Citroën Berlingos sitzt Wiebke Husman. Die Mutter von 2 Mädchen ist unterwegs auf der A31, auf dem Weg von Emden nach Leer, wo sie als Krankenschwester arbeitet.

Im Radio läuft gerade ein Beitrag über die Emsüberführung des neuen Kreuzfahrtschiffes "AIDAnova". Gestern abend ist das Schiff bei der Meyer Werft in Papenburg gestartet und hat sich auf den Weg in Richtung Nordsee gemacht.

Die ganze Nacht war sie unterwegs und hat gegen 2:30h die Friesenbrücke bei Weener passiert. Insgesamt wird die "AIDAnova" für die knapp 40 Kilometer bis zur Emsmündung fast 3 Tage brauchen und wird morgen, am 10. Oktober das niederländische Eemshaven erreichen, wo sie dann erstmals mit Flüssigerdgas (LNG) betankt wird.

Der Beitrag über die AIDA ist jetzt zu Ende und im Radio wird "Go West" von den "Pet Shop Boys" gespielt. Langsam wird es draußen heller und der Morgennebel lichtet sich.

Berufsverkehr am Emstunnel, im Hintergrund das Kreuzfahrtschiff AIDAnova
Morgens um 07:30h: Während der Berufsverkehr durch den Emstunnel bei Leer läuft, überquert im Hintergrund das Kreuzfahrtschiff AIDAnova die Ems - © Copyright: Tobias Bruns, Bild wurde nachbearbeitet.

Wiebke sieht das Schild für die Ausfahrt "Leer-Nord". Sie verringert ihr Tempo, denn hier herrscht eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Hinter ihr hupt jemand. Ein älterer Mercedes-Fahrer. Wiebke schimpft: "Wenn es dir nicht schnell genug geht, dann überhol doch einfach!"

Wiebke ist wenige hundert Meter von dem Emstunnel entfernt. Sie kann schon erkenen, wie die insgesamt vier Fahrspuren bergab in dem Tunnel verschwinden, der unterhalb der Ems verläuft. Dann geschieht es: Oben wo die Ems verläuft, sieht sie am Horizont für wenige Augenblicke dieses große, majestätische Schiff. Sie sieht den typischen AIDA-Kussmund und das fröhliche Auge. Sie sieht die vielen Außenkabinen, die auf mehreren Stockwerken verteilt sind. Wiebke denkt sich: "Das würde ich mit meiner Familie auch mal gerne erleben. Eine Kreuzfahrt im Mittelmeer. Nach Marseille, nach Barcelona oder noch besser zu den Kanarischen Inseln." Dann ist der Augenblick auch schon vorbei. Das Licht des Emstunnels reißt Wiebke aus ihrem Tagtraum und sie unterquert jetzt die Ems. Quasi oberhalb von ihr wird dieses riesige Kreuzfahrtschiff mit Schleppern im Schritttempo richtig Meer geschoben.

Rückwarts in Richtung Nordsee

Zugegeben, unsere kleine Geschichte von Wiebke haben wir uns ausgedacht, um die Inhalte besser zu vermitteln. Der Rest unserer Geschichte stimmt jedoch. Und so unglaublich es auch klingen mag, aber diese großen, gewaltigen Kreuzfahrtschiffe könnten alleine die Ems-Überführung nicht meistern.

Mit dem Ausdocken in Papenburg fahren diese Schiffe im Schneckentempo rückwärts bis zur Emsmündung. Erst im Emder Hafen ist genug Platz, um so einen Stahlkoloss zu drehen. Bis dahin ziehen mehrere Schlepper am Heck (hinterer Teil des Schiffes) und schiebende Schlepper am Bug (vorderer Teil des Schiffes) das Schiff rückwärts die Ems hinunter.

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Die drei großen Nadelöhre

Die AIDAnova wird rückwärts Richtung Meer geschoben
Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber die AIDAnova wird rückwärts Richtung Meer geschoben - © Copyright: Tobias Bruns, Bild wurde nachbearbeitet.

Für alle Beteiligten ist dies eine große Herausforderung, denn auf dem Weg zum Meer, müssen die Kreuzfahrtschiffe drei große Nadelöhre auf der Ems passieren: Die Friesenbrücke bei Weener, die durch einen Schiffsunfall 2015 zum Teil zerstört wurde. Dann einige Kilometer weiter die Jann-Berghaus-Brücke in Leer. Sie ist eine der größten Klappbrücken Europas und hat eine Durchfahrtsbreite von 56 Metern.

Das dritte Nadelöhr ist dann das Emssperrwerk in Gandersum, in der Nähe von Emden. Es wurde von 1998 bis 2002 errichtet, um die Ems aufstauen zu können. Aufgestaut hat die Ems dann einen Tiefgang von 8,5 Metern. Ohne Emssperrwerk wäre somit nicht genug Tiefgang vorhanden, um diese gigantischen Schiffe über die Ems zu überführen. Allerdings ist das Aufstauen der Ems nicht unumstritten, denn u.a. sorgt es dafür, dass Vogelschutzgebiete überschwemmt werden und Jungvögel ertrinken.

Emsüberführungen - Ein Erlebnis für Tausende von Menschen

Frau fotografiert die Ems-Überführung der AIDA-nova
Tausende Menschen wollten live bei der Ems-Überführung der AIDA-nova dabei sein - © Copyright: Tobias Bruns, Bild wurde nachbearbeitet.

Die "AIDAnova" ist 337 Meter lang und 42 Meter breit. Auf 20 Decks finden bei Vollauslastung bis zu 6.600 Passagiere Platz. Mit diesen Maßen ist es noch nicht mal das größte Kreuzfahrtschiff der Welt, denn dies ist aktuell die "Symphony of the Seas".

Allerdings sorgt die "AIDAnova" in anderer Weise für einen neuen Rekord in der boomenden Kreuzfahrtbranche: Es ist das erste Schiff, dass vollständig mit Flüssigerdgas (LNG) fahren kann. Damit ist es im Hinblick auf Emissionen und Klimaschutz ein Meilenstein, denn es ist somit deutlich umweltfreundlicher als andere Kreuzfahrtschiffe. Helios-Klasse heißt diese Klasse an Schiffen, die mit Flüssigerdgas fahren und die "AIDAnova" ist das erste Schiff dieser Klasse.

Egal ob "AIDAnova" oder andere Schiffe, die Überführung neuer Schiffe auf dem Fluß Ems zieht jedes Mal Tausende von Menschen in ihren Bann.

Schafe und AIDA
Wenn die Schafe wüssten, dass sie gar nicht die Stars sind ... - © Copyright: Tobias Bruns, Bild wurde nachbearbeitet.

Aus allen Teilen Deutschlands, ja sogar aus ganz Europa reisen sie an. Teilweise bleiben sie wegen der Emsüberführung mehrere Tage und schlafen in Wohnmobilen direkt am Deich, um dieses einzigartige Spektakel zu erleben.

Was sind das für Menschen? Es sind die unterschiedlichsten Menschen: Naturliebhaber, Technikinteressierte, Ostfriesland-Fans oder (Hobby-)Fotografen.

Sie alle einen zwei Dinge: Zum einen lieben sie diesen Kontrast aus einzigartiger Naturlandschaft und großartiger Ingenieurskunst. Diese Dimensionen zu sehen, wenn diese großen Schiffe auf der relativ kleinen Ems im Schneckentempo an einem vorbeigeschoben werden, erzeugt im positiven Sinne eine Gänsehaut. Zum anderen ist es auch die heimliche Sehnsucht nach der weiten Welt, die Kreuzfahrtschiffe vermitteln.

Einer dieser Menschen ist übrigens der Schiffsspotter Tobias Bruns, der auf Schiffe-Emden.de über solche Schiffsüberführungen berichtet und die Fotos zu diesem Artikel beigesteuert hat.

In Emden geht's hinaus aufs Meer

Die AIDA in Emden auf dem Weg ins Meer
Die AIDA passiert die Westmole in Emden auf dem Weg ins Meer - © Copyright: Tobias Bruns, Bild wurde nachbearbeitet.

In Emden, wo die Ems ins Meer mündet, ist dann Platz genug, um Schiffe dieser Größe zu drehen. Schließlich ist der Emder Hafen bekanntlich auch Anlaufpunkt für große Autoschiffe nach Übersee. Auf der Höhe der Westmole werden dann die Kreuzfahrtschiffe gedreht, damit sie ab dann selbstständig ihre Reise aufs offene Meer hinaus antreten.

Borkum-Fans kennen die Westmole, denn die Fähre der AG Ems passiert nach ihrem Auslaufen in Emden-Außenhafen ebenfalls die Westmole auf ihrem Weg nach Borkum.

Am 02.12.2018 sticht die AIDAnova offiziell in See mit ihrer ersten Fahrt von Hamburg über Southampton nach Lissabon. Wir wünschen der AIDAnova und natürlich auch allen anderen Schiffen allzeit gute Fahrt.

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